
Noseletter 50 - Wann soll man meditieren?
Yogis meditieren frühmorgens, wenn die Nacht in den Tag übergeht. Oder abends, wenn der Tag wieder zur Nacht wird. In diesen Zwischenzeiten ist es erfahrungsgemäß einfacher, empfänglich zu sein. Es ist jedoch nicht die Stunde, die den richtigen Zeitpunkt für die Meditation bestimmt, sondern die Empfänglichkeit des Meditierenden.

Meditiere, wenn du empfänglich bist
Meist unterliegen wir einem Missverständnis - wir meditieren, wenn es uns schlecht geht. Das sind dann die Zeiten, in denen man sagt: "Ich muss unbedingt mal wieder meditieren!"
Das ist ein Missverständnis, denn wenn man in Emotionen und Verwicklungen steckt, ist eigentlich die schlechteste Zeit zu meditieren. In schwierigen, emotionalen Zeiten ist es fast unmöglich, empfänglich und offen wahrzunehmen. Wer in solchen Zeiten meditiert, hat manchmal das Gefühl, Meditation bewirke nichts, sei zu mühsam und nicht wirklich hilfreich. Ein Missverständnis!
Die beste Zeit zu meditieren ist, wenn alles prima läuft, wenn man verliebt ist, wenn man voller Lebensfreude ist und Lust auf Abenteuer hat. Dann ist es vergleichsweise leicht, zu sich zu schauen, Gedanken und Gefühle zu beobachten und bis in unberührte Tiefen wahrzunehmen. Optimalerweise befindet sich der meditierende Mensch also in guter Stimmung, wenn er eine Meditationstechnik praktiziert. Kleine Tricks können helfen, Empfänglichkeit und Offenheit noch zu erhöhen.
Beim Aufwachen und direkt vor dem Schlafengehen
Wer es nicht schafft, frühmorgens um 3 Uhr OSHO Nadabrahma Meditation zu machen, wie es in Indien praktiziert wird...
Es ist übrigens ein Erlebnis, das es wert ist, einmal ausprobiert zu werden - eine Woche lang jeden Morgen um 3 Uhr aufzustehen und zu meditieren. Nach ein paar Tagen hat man sich an die frühe Stunde gewöhnt und kann wach bleiben. Der frühe Morgen schwingt in einer sanften Stille, die Meditation einfach geschehen lässt...
Wer es nicht schafft, so früh aufzustehen, für den ist die zweitbeste Zeit, gleich beim Aufwachen, wenn man beginnt, den Wachzustand wahrzunehmen. In dieser Zeit sind die Gedanken noch nicht so aktiv und die Wahrnehmung noch ungefiltert. Wer gleich aus dem Bett hüpft und die OSHO Dynamische Meditation macht, der hat den Vorteil, wirklich tief in sein Unterbewusstsein schauen zu können. Auch jede andere Meditationstechnik klappt zu dieser Zeit gut, zum Beispiel diese:
Meditation für stille Minuten
In einen ähnlich rezeptiven Zustand kommen wir abends, direkt vor dem Schlafengehen. Im Bett liegend oder sitzend, beginnt sich der Gedankenstrom zu verlangsamen. Der Körper und die Psyche bereitet sich automatisch auf die Nachtruhe vor. Wenn man jetzt wach bleiben kann, profitiert man von einer erhöhten Wahrnehmungsfähigkeit und Rezeptivität. Keine Sorge, wenn man beim Meditieren einschläft, die Meditation wird sich über die Nacht hinweg fortsetzen. Man meditiert sozusagen "im Schlaf", zum Beispiel mit der Golden Light Meditation
Regelmäßig meditieren
Nach einer Studie vom Spiegel praktizieren nur sehr wenige Menschen regelmäßig Meditation, Yoga oder Autogenes Training.
Nur 1 Prozent meditieren regelmäßig.
Immer zur gleichen Zeit zu meditieren, hilft unserer Psyche, eine Art positiver Gewohnheit anzunehmen. Zu gewohnten Zeiten ist es einfacher, sich ohne größeren Widerstand in die Meditation zu begeben. Eine feste Struktur macht es auch den Freunden und der Familie leichter, dem Meditierenden regelmäßig einen ungestörten Freiraum zu lassen.
Wenn das Herz offen ist
Es erfordert ein wenig Umdenken, doch die köstlichsten Momente an Meditation habe ich erlebt, wenn mein Herz schwingt und offen ist. Klar, die Gewohnheit will in solchen Momenten in die Welt, sie umarmen (oder auch nur einen davon), alles drängt danach, das Glück mit anderen zu teilen. Ich kann nur empfehlen in genau diesen Momenten still für sich zu sein, alleine zu tanzen, diese Momente mit sich selbst zu feiern, den Zustand von Glück genau wahrzunehmen und dabei in die Tiefe der Stille zu fallen ... Das ist ein Experiment wert!
Wann ist also eine gute Zeit für Meditation?
Immer! Den ganzen Tag über. Wann immer man sich erinnert, ganz besonders in Momenten voller Empfänglichkeit und Sensitivität.
Viel Spaß beim Meditieren und Empfänglichsein
wünscht
Samarpan
PS: Einer, der für Meditation beim Gehen empfänglich ist
PPS: Seligst einschlafen
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