
Artikel vom 08.Jan.2008

Arbeit ist ein Spiel
Gerade wir Deutschen haben einen Hang dazu, Arbeit ernster als unser Wohlergehen zu nehmen. Wir halten an Sandburgen fest, wohl ahnend, dass wir sie eines Tages loslassen müssen. Meditation im Alltag bedeutet, sich am Sandburgen bauen in der Arbeit zu erfreuen -- in dem Bewusstsein, dass alles nur ein Spiel ist.
Aus Sand gebaut
Gautam Buddha kam in ein Dorf. Am Rand des Dorfes floss ein Fluss vorbei, an dessen Ufer mehrere Kinder mit Sand spielten. Sie bauten Sandburgen und waren total ernst bei der Sache. Wenn einer der Kinder die Sandburg eines anderen durcheinander brachte, dann schrieen sie sich an und waren furchtbar wütend aufeinander. Das passierte schnell, denn Sandburgen sind nicht stabil, ein kleiner Stein geworfen und sie sind hinüber.
Buddha stand da und schaute zu. Dann wurde es Abend und die Mütter der Kinder riefen sie nach Hause: „Kommt jetzt heim, es ist Zeit fürs Abendessen.“ Da sprangen sie alle auf ihren eigenen Burgen herum, genau denen, die sie kurze Zeit vorher so energisch verteidigt hatten. Sie hüpften auf ihnen herum und gingen einfach nach Hause ohne sich noch einmal umzudrehen.
Buddha sagte zu seinen Schülern: „Das Leben ist nicht viel anders.“
Deine ganze Ernsthaftigkeit bezieht sich auf Sandburgen. Eines Tages wirst du sie verlassen müssen, du wirst sie einstürzen und nicht mehr zurückschauen. Die Leute, die alles ernst nehmen, verpassen die Schönheit, die in der Leichtigkeit des Lebens liegt.
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