Markier

Artikel vom 23.Jan.2008

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Ausbildung in seelisch - spiritueller Sterbebegleitung

Das größte Geschenk, das man sich selbst machen kann, ist dem Tod schon im Leben zu begegnen. Ein Interview mit Veetman, dem Leiter des Trainings für spirituelle Sterbebegleitung, das im März beginnt.

Die Transformation und die Gnade im Sterben

Tipps

Warum heißt es "Begleitung in einen heilenden Tod"? Ist das nicht ein Widerspruch in sich?

Im Training erfahren wir, dass es möglich ist, mit einem Gefühl der Erfüllung zu sterben, dem Einssein. Wenn wir unser äußeres Leben abgeschlossen haben, wirkliches Verzeihen gefunden haben, und unsere Angelegenheiten mit anderen in Liebe abgeschlossen haben, dann finden wir im Herzen einen tiefen Frieden mit uns selbst über unser Leben. Wenn wir ein Akzeptieren und sogar Feiern unseres Todes gefunden haben, was nur möglich ist, wenn wir unser unsterbliches Wesen gefunden haben, durch Liebe und Meditation. In diesem Zustand stirbt jemand einen heilenden Tod, weil da keine Angst mehr ist, sondern nur Liebe und Dankbarkeit. Und dann, selbst wenn der Körper stirbt, kann man sagen, dass das essentielle Wesen des Menschen geheilt ist, weil er zu seiner ursprünglichen Natur zurückgefunden hat und in Harmonie von Herz und Seele stirbt. Viele Menschen sind auf diese Weise gestorben - in Ganzheit und tiefer Dankbarkeit in ihrem Herzen - weil sie sich darauf vorbereitet hatten, und sie ihr ewiges Leben in ihrem Herzen erkannt haben, solange sie dazu noch Zeit und Wachheit genug hatten.


Warum bietet ihr spirituelle Begleitung und Unterstützung für die Sterbenden an?

Falls der Sterbende offen dafür ist, seinem Tod ins Gesicht zu sehen, und sein Leben vor dem Tod anzuschauen, kann er sein ewiges Wesen leichter erkennen als zu irgendeiner anderen Zeit im Leben. Denn es gibt dann keine Zukunft mehr, keine Hoffnungen und Illusionen, es gibt nur noch die Realität, Moment zu Moment, und die Dringlichkeit im Herzen, etwas zu erkennen, was nicht sterblich ist. Sterbende sind oft sehr bereit, ihre seelischen Schmerzen zu heilen, ihre Angelegenheiten zu erledigen, denn im Angesicht des Todes wird Liebe die wichtigste Qualität. Unsere Arbeit ist nur die, bedingungslos präsent zu sein, mit Liebe und Mitgefühl und Ehrlichkeit. Das ist es, was der Sterbende am meisten braucht: Mut und Unterstützung, um in sein Herz zu gehen, die Identifikation mit Körper und Persönlichkeit loszulassen. Dann kann man leicht einen heilenden Tod sterben, denn das Bewusstsein, die Seele eines Menschen, kennt diese Realität.

Unsere Arbeit ist es, "das was nicht stirbt", in unserem Herzen zu erkennen. Wenn jemand so in Frieden stirbt, ist das ein Geschenk für alle Anwesenden. Wir können unser eigenes unsterbliches Wesen spüren, wenn wir beim Tod eines Menschen dabei sind, der in tiefem Akzeptieren und im Vertrauen stirbt.


Was ist der Unterschied zwischen dem ersten und dem zweiten Teil des Trainings?

Im ersten Teil geht es mehr um unseren eigenen Tod, unsere Vorbereitung darauf, mit Meditation, Bewusstheit, Mitgefühl für uns selbst und andere, und den entstehenden Mut, unser Leben in Erfüllung zu leben. Wir erkennen, dass Liebe und Bewusstheit die wichtigsten Dinge im Leben sind. Auch lernen wir, andere in ihr Herz zu führen, ins Verzeihen und Abschließen ihres Lebens, und in tiefe Entspannung und Meditation. Wir erfahren die Stadien des Sterbens. Natürlich müssen wir zuerst unsere eigenen Ängste und Illusionen über den Tod verstehen und auflösen, bevor wir jemandem helfen können, ihrem Tod gegenüberzutreten, ihrem Schmerz und Alleinsein.

Im zweiten Teil geht es um die Stadien des Sterbens, die Arbeit mit Angst vor Schmerz, Verlust und Alleinsein, dem Loslassen von Verlangen und Festhaltenwollen, so dass der Sterbende angstfrei in den Tod geht, und den Tod als einen natürlichen Teil des Lebens erkennt. Wir gehen tief in die Qualität von ehrlichem Mitgefühl, die Transformation von Angst und Schmerz durch unser Herz, wir erlernen Selbst-Hypnose zur Schmerzkontrolle und wie wir den Sterbenden respektvoll und klar begleiten können, so daß er mit Bewusstheit und Entspannung in den Tod des Körpers hinein gehen kann; weil wir verstehen, dass unser wirkliches Wesen niemals stirbt.

Wir arbeiten mit Trauer, Beratung für die Angehörigen und Freunde, für die Begegnung mit Ärzten und der Familie, um eine Atmosphäre für einen bewussten Tod zu erschaffen. Und wir finden Antworten auf die Frage: Welche Meditationen können wir für uns selbst anwenden, wenn ein Freund gestorben ist?


Für wen ist das Training relevant?

Es ist bedeutungsvoll für jeden, der die Bewussheit des Todes als eine Erinnerung daran nutzen möchte, jetzt zu leben, bewusst und liebevoll, und Meditation in sein/ihr tägliches Leben zu bringen. Nichts sonst macht uns die Dringlichkeit klarer, uns selbst zu erkennen, während wir dazu noch gesund und energetisch genug sind.

Natürlich ist das Training auch für alle relevant, die mit Kranken und Sterbenden arbeiten, Krankenpfleger, für alle, die mit Trauer und Verlust arbeiten oder selbst davon betroffen sind. Und natürlich für diejenigen, die ihre Eltern, Kinder oder Partner begleiten wollen, wenn sie auf den Tod zugehen. Nichts kann ein größeres Geschenk für die sein, die wir lieben, als ihnen beizustehen, sie liebevoll zu begleiten und zu ermutigen, wenn sie auf das Ende ihres Lebens zugehen, besonders wenn sie große Schmerzen erleiden müssen. Sie brauchen jemanden, der mit Schmerz und Leiden umgehen und ihnen helfen kann, das Leben mit Liebe, Mitgefühl und wirklichem Verstehen loszulassen.

Nichts kann uns in unserem inneren Wachstum mehr helfen als mit Sterbenden zu sein, denn es lässt uns unseren eigenen Tod anschauen, erinnert uns daran, tief lebendig zu sein, jetzt zu leben; es lässt unser Herz öffnen, und es lässt uns die wirklich bedeutenden Dinge im Leben erkennen: Liebe und Bewusstheit.

Die Menschen sterben so, wie sie gelebt haben. Der Sinn von Meditation, die auch die Bewusstheit des Todes einbezieht, liegt darin, uns das Potential erkennen zu lassen, das wir alle in uns tragen: bewusste und liebevolle Menschen zu sein, in Einklang mit der Natur und in tiefer Achtung vor dem Leben. Der Tod erinnert uns daran, dass wir die Wahl haben, und die Verantwortung, unser Leben entweder in Angst, Leiden und Unbewußtheit zu leben, oder in Bewusstheit, Liebe und Dankbarkeit für unser Dasein.


Termine

Ausbildung in Seelisch- Spiritueller Sterbebegleitung und -Vorbereitung

Teil 1: 18.-23.03.2008 oder 07.-12.10.2008
Teil 2: 15.-20.06.2008 oder 02.-07.12.2008
Seminarcenter Schloss Wasmuthhausen bei Coburg
Mehr Informationen unter 05509 - 942 908

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