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Das HARA - Lebenszentrum im Bauch

In der westlichen Kultur gänzlich unbekannt, im Osten das Zentrum allen Lebens: das HARA. In der Meditation erfährt sich das HARA als Tür zur Göttlichkeit. Elvira Schneider, Heilpraktikerin und Körpertherapeutin, hat das HARA genauer untersucht.

Das HARA ist die Sonne

Tipps

Der genaue Sitz des HARA ist etwa 4 Fingerbreit unter dem Nabel. Ein gesundes HARA zeichnet sich durch eine gewisse Spannkraft aus, die bei stärkerem Drücken in das HARA zu spüren ist. Das Bild einer Trommel passt hier sehr gut: der Ton klingt gut, wenn sie nicht zu schwach und nicht zu stark gespannt ist. Ist das HARA zu schwach, fühlt man keinen Widerstand und keine Spannung; ist es zu angespannt, prallt man ab wie an einer Wand. Ein Mensch mit einem schwachen HARA hat keine Widerstandskraft, kann sich nicht abgrenzen, kann nicht NEIN sagen; der mit einem zu festen HARA ist unnachgiebig, hart und schnell wütend.

Das HARA ist Lebenszentrum, es zeigt den Zustand der Lebenskraft. In asiatischen Bewegungskünsten wie T´ai Chi und Chi Gong wird das HARA auch „Tandien“ genannt. Allen gemeinsam ist, dass Bewegungsabläufe vom HARA ausgeführt werden, das heißt Aufmerksamkeit und Intention liegen im Bauch, vor und während eines Bewegungsablaufes. Diese 100% Aufmerksamkeit im Instinktzentrum erhöht die Bereitschaft, in jedem Moment der Situation entsprechend richtig zu handeln. Bekannt ist auch der ZEN Schlag des ZEN Meisters. Er ist erst dann vollkommen, wenn der Schlag mit dieser inneren 100%igen Haltung ausgeführt wird. Der Schlag darf keinen Millimeter sein Ziel verfehlen, keine Millisekunde zu schnell, zu langsam, zögernd oder übereilt ausgeführt werden. In diesem einen Moment erfahren der Ausführende sowie der Empfangende absolute Wachheit.

Durch das HARA erleben wir Schwerkraft, die uns auf der Erde hält und uns ermöglicht, den Körper auf der Erdoberfläche zu bewegen und somit zu überleben. Das HARA ist ein Ort der Kraft und des instinktiven Handelns; ruhende Gelassenheit und die Zentrierung im HARA, so wie es der Zen Mönch und der Samurai gleichermaßen kennen, vermitteln ein Gefühl von Göttlichkeit und Unbesiegbarkeit. In einem sind sich alle Buddhas einig: in der Mitte des Bauches, im HARA, liegen die Wurzeln, die uns mit der gesamten Existenz verbinden. Wer dort ruht, ist zu Hause angekommen.

Im westlichen Verständnis über den Körper kommt das HARA eigentlich gar nicht vor. Doch inzwischen ist es auch bei uns durchgesickert, dass der Bauch mit seinem empfindlichen und großen Nervengeflecht ein zweites Gehirn darstellt. Wir kennen Ausdrücke wie: „mein Bauchgefühl“…..“Wut im Bauch“…..“Schmetterlinge im Bauch“….. Es gibt rund um die Eingeweide über hundert Millionen Nervenzellen. Das sind mehr, als im gesamten Rückenmark. Eingebettet in die Darmwand, versteckt zwischen Darmmuskeln, operieren dort zwei Schichten eines großen Netzwerkes von Nervenzellen. Diese Ansammlung von Neuronen gleicht den Zelltypen, Rezeptoren und Botenstoffen haargenau unserem Großhirn im Kopf. Man hat auch festgestellt, dass zwischen Bauch und Gehirn 90% der Verbindungen von unten nach oben verlaufen, d.h. dass das Gehirn weitaus mehr Informationen aus dem Bauch erhält als umgekehrt. Das würde bedeuten, dass wir im Grunde nicht so sehr vom Kopf gesteuert sind, wie wir bisher glauben, sondern dass der wahre Herrscher im Bauch sitzt.

Ein Mensch mit einem gesunden HARA kann sich abgrenzen, wenn es nötig ist, ruht in jedem Moment in sich und handelt nach seinem Bauch-Gefühl. Er fühlt sich kraftvoll und hat kein Problem damit, auch mal Schwäche zuzugeben. Er ist in der Lage, Zorn zu fühlen und ihn weder zu unterdrücken noch auf andere zu werfen. Er kann sich klar und deutlich ausdrücken und wird gehört, sowie respektiert.

Das HARA erfährt bestmögliche Regeneration in tiefer Meditation und auch während des Schlafens. Dann wird es optimal genährt und von Energie durchflutet. Alle Wirbel können entspannen, der bewusste Denkapparat hat Ruhe; es tritt ein Zustand von urteilsfreiem Sein, von Göttlichkeit ein. Deswegen sitzen Buddhas und Meditierende in aufrechter Haltung und so, dass der Bauch sich nach vorne und zu allen Seiten ausdehnen kann. Der Atem fließt gleichmäßig bis in das HARA hinunter, die Aufmerksamkeit geht vom Kopf in den Bauch.

„Das HARA ist die Sonne, das Herz ist die Erde, der Verstand ist der Mond – wenn alle 3 in Balance sind, nehmen wir am kosmischen Bewusstsein teil. Das ist möglich, wenn die Steine aus Wut im Bauch gelöst sind, das Leiden und die Ängste ein Ende haben.“ (Dheeraj, Begründer von Tibetan Pulsing Healing)

Die Körper- und Energie Arbeit von Tibetan Pulsing Healing kennt optimale und effektive Methoden, das HARA gleichermaßen zu stärken und es von alten, angesammelten Ladungen zu befreien. Das HARA „zu arbeiten“ ist der direkteste Weg in sein innerstes Zentrum zu finden. Eine meiner tiefsten Erfahrungen erlebte ich während einer Tibetan Pulsing Healing Gruppenarbeit im HARA. Es wurden die tiefsten Schichten des Urgrundes in mir berührt, bis zu den animalischen Wurzeln. Der Körper war nur noch mit einem roten Band im JETZT verknüpft, alles schien sich aufzulösen. Danach eine unaussprechliche Tiefe und Regeneration, ein Segen, ein Erkennen.


Elvira Schneider, aus ihrem unveröffentlichten Buch




Die nächste Tibetan Pulsing Gruppe von Elvira Schneider zum Thema HARA ist am 20. - 22. Juni 2008 in Köln. Das Seminar stellt den Einstieg in das Jahrestraining „Herzensfeuer“ dar.
Mehr Information zum Herzensfeuer und der Hara Gruppe

Die Organstimmung des HARA beginnt am 22. Juni und mit ihm das Neue Tibetische Jahr. Deswegen ist die HARA Wochenendgruppe genau vom 20.-22. Juni 2008.


Interessanter Artikel von Elvira über Heilung durch Tibetan Pulsing

Weitere Tibetan Pulsing Kurse von Elvira Schneider

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In diesem Essay beschreibt Elvira Schneider das Hara, das Zentrum des Lebens und welche emotionalen Gefühlszustände damit einhergehen: Wut, Nein Sagen, Härte, Unnachgiebigkeit und auch Lebenskraft, Zentrierung und Göttlichkeit.

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