
Artikel vom 21.Okt.2007

Die Spielfilm Vipassana Meditation
Sich auf der Leinwand wieder erkennen ist der erste Schritt auf der Reise zu sich selbst. Im zweiten Schritt sehe ich meiner Geschichte auf der Leinwand einfach nur zu. Ganz unbeteiligt.
Eineinhalb Stunden „Spielfilm Vipassana Meditation“
Suche dir einen Film aus, von dem du weißt, dass er dich berührt. Für den Anfang nimm einen, der nicht zu viele Gefühle wach ruft. Bereite dich auf den Film vor, als ob du eine Meditation machen würdest. Schaffe dir einen ungestörten Raum mit „Bitte nicht stören“ an der Türe. Lass es ein Raum der Stille sein, aus dem heraus du den Film ansiehst.
Auf dem Bildschirm laufen dann Geschichten ab, die du auch von deinem eigenen Leben kennst. Und doch bleibst du wachsam in der Stille. Wenn du bemerkst, dass du dich in der Handlung verlierst, halte den Film kurz an und erinnere dich wieder an deine stille Präsenz. Mit einiger Übung gelingt dir das dann auch mit den Filmen des täglichen Lebens. Du bist auf jemanden sauer, so wie du immer auf jemanden sauer bist, und dann erinnerst du dich an die Film – Vipassana. Es ist das gleiche Prinzip.
Anuragis Traum
„Es war in der alten Buddhahalle,“ erzählt Anuragi. „Ich wollte meditieren, doch da war soviel Unruhe durch die Schließfächer dort und die Umkleide. Also ging ich in den Nebenraum und setzte mich hin, um still zu sein. Da stand ein laufender Fernseher im Eck. Bald kam der Meditationsleiter herein und versuchte, den Fernseher auszustellen. Er entschuldigte sich: "Leider ist der Bildschirm nicht abzuschalten, wir müssen mit dem Fernseher meditieren.“ Ein Film begann und es war doch tatsächlich Anuragis Lieblingsschauspieler in der Hauptrolle. Sie sah sich den ganzen Film an und vergaß die Meditation völlig. Dann wachte sie auf.
Dieser Traum ist wirklich treffend, beschreibt er doch so genau unser aller Situation. Wir sind bereit für Stille, wenn da nur nicht das Dauerkino im Kopf ablaufen würde. Alle Versuche, es auszustellen, scheitern. Und dann läuft da auch noch ein Film mit unserem Lieblingsschauspieler, Mr. Ich, der scheinbar lebendig und durch alle möglichen gefährlichen Situationen geht. Sich in den Filmen des Ichs zu verlieren, ist doch viel interessanter und unterhaltsamer als still zu sitzen, nichts zu tun und zu warten, bis das Gras von allein wächst, oder?
Die Filme, die wir auf der Leinwand sehen, sind unsere eigenen Filme. Das zu erkennen ist toll, denn dadurch können wir mit Beobachten experimentieren. In der Vipassana Meditation beobachtet der Meditierende seinen Atem, wie er ein und aus geht. Wenn du einen Film ansiehst, kannst du lernen, mit offenen Augen Vipassana Meditation zu machen. Den Film über sich selbst ansehen und gleichzeitig gelassen sein. Unbeteiligt.
Samarpan, FindYourNose.com
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